Skandale: #twitkrit #Bushido #Aristoteles

Am Tag, als Bushido den BAMBI gewann und die halbe Welt kein anderes Thema zu beschimpfen hatte, außer die heiße Frage, wieso ein Frauen und Schwule verachtender Bonner unbedingt einen Medienpreis für seine Integriertheit (oder doch Integrität?) verdient hätte – und der den Bambi vergebende Burda-Verlag dafür mit einem Shitstorm (?) zu kämpfen hat; am Tag, an dem Roman Held auch mit einem Shitstorm zu kämpfen hat – für den er jedoch alles andere als Verantwortlich ist , sondern eher jemand anderes, der in guter altruistischer Absicht eine Spendenaktion für einen MacBook (Pro oder Air, was immer er haben will)  gestartet hat und damit wohl den ersten Twitkrit-Skandal der Geschichte verursachte (jedenfalls den ersten, den ich mitbekommen habe); an diesem Tag saß ich seit langer Zeit zum ersten Mal wieder in einem Seminar mit dem Thema Alltagsrassismus in den Medien. Gezeigt wurde die Dokumentarfilm-Persiflage / Mockumenotary  „Das Fest des Huhns“, die anschließend auseinander genommen wurde. Fachmenschisch wie sich versteht. Die Doku dreht die Verhältnisse von Filmemacher*innen und Gefilmten um, d.h. aus der ‚typischen‘ eurozentristischen Doku, in welcher der allwissende, weißbärtige Forscher arme senegaleische Frauen in ihrem Dorfleben beobachtet wird ein schwarzer afrikanischer Forscher, der die spannenden aber antiquierten Rituale der oberösterreichischen Eingeborenen auf Celluloid bannt und sie so kommentiert, dass wir wissen und verstehen, was wir da sehen. Topsey-Turvey also, wie schon seit Jahrtausenden alles in Kunst und Kultur immer wieder auf den Kopf gestellt wird.

Ein paar Beispiele:

  • Angefangen bei den Geschlechterverhältnissen fällt uns sofort die Liebe Lysistrata ein, die zusammen mit ihren Gefährtinnen in Athen die Akropolis besetzt und ihren kriegstollen Männern den Sex verweigert – wie Ralf König bemerkt jedoch mit mäßigem Erfolg.
  • Planet der Affen, die Tiere herrschen über die Menschen.
  • noch besser: Animal Farm, die Tiere verjagen die Menschen
Ja, die Umkehrung als Mittel der Satire ist weit verbreitet. Oder als Methode für den Erkenntnisgewinn – besonders im Künstlerischen bereich. Ein ernsthafteres Beispiel sind die  Kubisten, welche die Form des Dargestellten immer mehr verfremdeten, um die tatsächlichen Möglichkeiten der Form und des Dargestellten isoliert voneinander auszuloten. (jetzt aber genug Theorie.)
Das wohl beste weitere Beispiel aus der Reihe der Geschlechterforschung ist der gute Aristoteles, der Alexander den Kleinen (später auch der Große genannt) zum Herrscher ausbilden soll. Alexander verliebt sich unsterblich in die wunderschöne Phyllis und vergisst seine Ausbildung. Aristoteles ist ziemlich erboßt darüber und versagt den Umgang voon Alexander zu Phyllis. Diese versucht es mit einer List und verführt Aristoteles (den lüsternen Sack) – jedoch unter ihren Bedingungen: sie darf auf ihm durch den Garten reiten – natürlich nackt… und genau so, dass alle es sehen und Aristoteles sich – so gedemütigt – ins Exil flüchten muss…
Schauen wir uns das mal in einer bildlichen Darstellung an:

Im übrigen stelle ich mir grade bei der Lektüre dieses Doppelintervies vor, wie Sibel Kekilli Bushido in genau der gleichen Pose vor der Presseöffentlichkeit vorführt – allerdings würde ich dabei Bushio die aristotelische Intelligenz verweigern (ist ja meine Phantasie) und ihn sich trotzdem vor lauter innerer Scham ins eigene Exil verbannen lassen…

Zum gesammten Tag(g) fällt mir auch (trotz spiritueller Bedudelung Musikbeschallung auf D-Radio) ein passender Soundtrack zum ganzen ein. Und bitte, und schüss.

ps. und Burda kann ich nicht Boykottieren – sowas kaufe ich schon jetzt nicht…

pps. der Spendenaufruf hat im übrigen schon 1000€ eingebracht… Shitstorms haben manchmal doch ihr gutes – und Roman hoffentlich einen Laptop. Allerdings bitte mit Linux, da muss man nichts für die Programme zahlen, sondern kann das übrige Geld in eine schimmelfreie Wohnung investieren…

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