J.W. van de Goethinnen – Die Erlkönigin


Johanna Wolfina van de Goethinnen auf ihrer Reise nach Asti und Chianti.

Johanna Wolfina van de Goethinnen auf ihrer Reise nach Asti und Chianti. Rot, Capuzzina: Öl auf Leinwand, 75,4 x 162,3 cm, Museo della Moda, Bologna.

Wie schon im vorletzten Beitrag berichtet, werden in diesem Blog nach und nach einige Auszüge von Fr. Elça van der Elsters neuester Veröffentlichung mit dem Titel „Aktuelle Ergebnisse der effekthascherischen und vergleichenden Tunteraturwissenschaft“ publiziert. Im Fokus ihrer Arbeit die Dichterin und Urtunte Johanna Wolfina van de Goethinnen, deren Werk durch einen glücklichen Zufall wieder der Forschung zugänglich gemacht werden konnte.

In dieser Reihe stellt Fr. Elça van der Elster, Dozentin und Sonderleergutbeauftragte am Lehrstuhl für allgemeine Tuntologie an der TU Gottingen, Quellmaterial und Ergebnisse ihrer kritisch-tunteristischen Forschung der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Erlkönigin

Johanna Wolfina van de Goethinnen

Wer stöckelt so spät durch Nacht und Wind,
es ist Frau Doktor mit ihrem Kind.
Sie hat die Tunte wohl in dem Arm,
Sie faßt sie sicher, sie hält sie warm.

Ach Tochter, was birgst du so bang dein Gesicht? —
Siehst, Mutter, du die Evita nicht?
Evita Brown mit Kröhnchen und Schweif? —
Tochter, es ist ein Nebelstreif. —

Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Manch’ bunte Fummel sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ —

Oh Mutter, oh Mutter, und hörest du nicht,
Was die Brownsche schon wieder verspricht? —
Halt ein, halt aus gleich wird alles perfekt;
Sind wir im Schlösschen, dann geb‘ ich dir Sekt —

Willst, feines Tuntchen, du mit mir gehn?
Meine Knaben sollen dich warten schön;
Die Jünglinge führen den nächtlichen Reihn
Und schminken und tanzen und singen dich ein.“ —

Oh Mutter, oh Mutter, und siehst du nicht dort
Evitas Boytoys im Darkroom vor Ort? —
Tochter, mein‘ Tochter ich seh‘ es genau:
Es scheinen die garstigen Alten so grau. —

Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ —
Oh Mutter, oh Mutter, jetzt faßt sie mich an!
Evita Brown hat mir ein Leids getan! —

Frau Doktor grauset’s; sie stöckelt geschwind,
Sie hält ganz feste das ächzende Kind,
Erreicht das Schlösschen mit Mühe und Qual;
Doch – welch Unglück – der Sekt war schon schal.

——
cc-by elça van der elster

Ein Gedanke zu „J.W. van de Goethinnen – Die Erlkönigin

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